Recht auf Stellungnahme Gefahrenzonenplanentwurf - GZP Volders Revision 2020

Grundlage bilden die Bestimmungen der Richtlinie für die Gefahrenzonenplanung, GZ. BMLFUW-LE.3.3.3/0185-IV/5/2007, des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in der Fassung vom 4. Februar 2011 sowie der Erlass – Sonderregelungen GZP, GZ. BMLFUW-LE.3.3.3/0051-III/5/2017, vom 21. Juli 2017.

Zweck des Gefahrenzonenplanes (GZP) ist die flächenhafte Darstellung von Gefährdungen durch Wildbäche, Lawinen und Erosion. Der Gefahrenzonenplan ist eine wesentliche Grundlage für die Raumplanung, vor allem im Hinblick auf die Siedlungstätigkeit. Er bildet auch eine Grundlage für das Sicherheitswesen (Evakuierungs-, Katastrophenschutzpläne etc.). Für die Wildbach- und Lawinenverbauung ist der GZP eine wichtige Grundlage für die Projektierung, Dringlichkeitsreihung und Durchführung von Schutzmaßnahmen. Durch Schutzmaßnahmen kann eine Änderung des Gefährdungsgrades und in weiterer Folge auch der Gefahrenzonenabgrenzung erfolgen.

Der „Raumrelevante Bereich“ des GZP umfasst jene Flächen, die im Zuge der Gefahrenzonenplanung auf Gefährdungen durch Wildbäche und Lawinen flächenhaft geprüft und beurteilt werden. Innerhalb dieses Bereiches wird eine Aussage über Art und Grad einer Gefährdung im Zuge eines Bemessungsereignisses gemacht und diese in Form von Gefahrenzonen dargestellt.

Gemäß TBO 2018 ist „dem Verfahren zur Erteilung der Baubewilligung für den Neu-, Zu- oder Umbau von Gebäuden oder der Änderung des Verwendungszweckes von Gebäuden oder Gebäudeteilen auf Grundstücken, die einer Gefährdung im Sinn des § 3 Abs. 2 ausgesetzt sind, […] jedenfalls ein zur Beurteilung der jeweiligen Gefahrensituation geeigneter Sachverständiger (Sachverständiger für Wildbach- und Lawinenverbauung […]) beizuziehen“.

Die im Gefahrenzonenplan ausgewiesene „Grenze einer Gefahrenzone“ stellt die Summenlinie aller beim Bemessungsereignis möglichen Gefährdungsszenarien dar.

Die "Rote Gefahrenzone" umfasst jene Flächen, die durch Wildbäche oder Lawinen derart gefährdet sind, dass ihre ständige Benützung für Siedlungs- und Verkehrszwecke wegen der voraussichtlichen Schadenswirkungen des Bemessungsereignisses nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist, zumindest aber der Bereich des Gerinnes sowie der unmittelbar angrenzenden Böschungen. Bei ortsüblicher Bauweise ist mit der Zerstörung von Gebäuden oder Gebäudeteilen zu rechnen. Auch innerhalb der Gebäude besteht für Personen Lebensgefahr.

Bereiche in der Roten Gefahrenzone sind für die Errichtung von Objekten, die dem Aufenthalt von Menschen oder Tieren dienen, nicht geeignet.

Die "Gelbe Gefahrenzone" umfasst alle übrigen durch Wildbäche oder Lawinen gefährdeten Flächen, deren ständige Benützung für Siedlungs- oder Verkehrszwecke infolge dieser Gefährdung beeinträchtigt ist.

Innerhalb dieser Zone kann das Ausmaß der Beeinträchtigung nach Lage der jeweiligen Örtlichkeit und der naturräumlichen Gegebenheiten deutlich variieren. Die Beschädigung von Objekten ist möglich, jedoch sind Gebäudezerstörungen nicht zu erwarten, wenn bestimmte Auflagen erfüllt werden. Gefahr für Personen ist in derart gesicherten Gebäuden unwahrscheinlich, außerhalb der Gebäude aber in unterschiedlichem Ausmaß gegeben.

Flächen in der "Gelben Gefahrenzone" sind wegen ihrer unterschiedlichen Gefährdung durch Wildbäche und Lawinen, die von Beschädigungsgefahr für Gebäude und Lebensgefahr auf den Verkehrswegen bis zur bloßen Belästigung (z.B. durch Überflutung geringen Ausmaßes) reichen kann, zur Bebauung nicht oder minder geeignet. Im Nahbereich der Unterlaufregulierung, der Kleinvolderbergbrücke oder in Abflusskorridoren oder Muldenlagen ist daher mit einer höheren Gefährdung zu rechnen als andernorts. Entsprechend der zu erwartenden Gefährdungssituation werden daher erforderliche Auflagen zum jeweiligen Vorhaben im Bauverfahren unterschiedlich formuliert werden müssen. 

Neben den Gefahrenzonen sind im Gefahrenzonenplan Vorbehalts- und Hinweisbereiche ausgewiesen. Die "Blauen Vorbehaltsbereiche" sind jene Bereiche, die für die Durchführung von technischen und forstlich-biologischen Maßnahmen der Dienststellen sowie für die Aufrechterhaltung der Funktionen dieser Maßnahmen benötigt werden oder zur Sicherung einer Schutzfunktion oder eines Verbauungserfolges in einer besonderen Art zu bewirtschaften bzw. zu erhalten sind.

Die "Braunen Hinweisbereiche" sind jene Bereiche, hinsichtlich derer anlässlich von Erhebungen festgestellt wurde, dass sie vermutlich anderen, als von Wildbächen und Lawinen hervorgerufenen Naturgefahren, wie Steinschlag oder nicht im Zusammenhang mit Wildbächen oder Lawinen stehenden Rutschungen und Überflutungen, ausgesetzt sind.

Die "Violetten Hinweisbereiche" sind jene Bereiche, deren Schutzfunktion von der Erhaltung der Beschaffenheit des Bodens oder Geländes abhängt. Sämtliche Eingriffe, welche die Beschaffenheit des Bodens oder Geländes verändern, sind zu unterbinden.